Weniger Therapietreue bei Generika


Neue Form und Farbe verwirrt
Weniger Therapietreue bei Generika

Generika sind wirkstoffgleiche Kopien eines Originalpräparats. Sie kommen nach Ablauf des Patents eines Wirkstoffs auf den Markt. Generika sind preiswerter, sehen aber meist anders aus als ihre Vorbilder. Bei einem Umstieg vom Original auf das Generikum verwirrt das viele Patienten und führt zu Anwendungsfehlern. Darauf weist der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) hin.

Einnahmevorschriften nicht befolgt

Ein verändertes Aussehen ihrer gewohnten Medikamente beeinträchtigt die Therapietreue von Patienten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Universität Harvard. Die Forscher untersuchten mehr als 3000 Herzinfarktpatienten über einen Zeitraum von 90 Tagen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. In dieser Zeit wurde mindestens ein gewohntes Medikament durch ein Generikum ersetzt. „Änderungen in der Tablettenform oder -Farbe führten zu häufigeren Abweichungen von der Einnahmevorschrift als bei Patienten ohne Therapieumstellung“, berichtet Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des BNK.
Tablettenform wichtiger als Farbe
Dabei fiel die Form der Tabletten stärker ins Gewicht als die Farbe. Ungewohnt geformte Pillen führten in 66 Prozent der Fälle zu Unregelmäßigkeiten bei der Einnahme, eine andere Farbe nur bei 33 Prozent der Betroffenen. „Das kann allerdings gerade bei Herzinfarktpatienten, für die eine regelmäßige Einnahme der Medikamente besonders wichtig ist, fatal sein, da Krankheitslast und Sterblichkeit bei sinkender Therapietreue nachweislich steigen“, warnt der Experte. In diesen Fällen spart der Einsatz von Generika zwar zunächst Geld, verursacht langfristig gesehen jedoch höhere Behandlungskosten.

Arzneimittelwechsel ankündigen

„Es ist deshalb wichtig, Patienten bei der Umstellung auf Generika darauf hinzuweisen, dass sich das Aussehen der neuen Tabletten trotz gleicher Wirkung von den bisher gewohnten Medikamenten unterscheidet. Und das die regelmäßige Einnahme genauso wichtig ist wie bisher“, betont Dr. Smetak. Die Autoren der Studie aus Harvard fordern sogar, Form und Farbe von Generika zukünftig stärker an die ihrer Originale anzupassen.

News

Säureblocker nicht zu lange schlucken
Säureblocker nicht zu lange schlucken

Nebenwirkungen nicht unterschätzen

Ob Refluxkrankheit oder Gastritis: Protonenpumpenhemmer machen schnell Schluss mit Magenschmerzen und Sodbrennen. Allerdings gibt es gute Gründe, die Säureblocker nicht allzu lange einzunehmen.   mehr

Nach Infarkt Beine stärken
Person beim Beintraining auf einem Outdoor-Fitnessplatz.

Herzschwäche vorbeugen

Herzinfarkt überstanden? Jetzt heißt es, die Beinmuskulatur zu trainieren. Denn Personen mit viel Kraft in den Beinen entwickeln nach ihrem Herzinfarkt seltener eine Herzschwäche.   mehr

Mit dem Baby schwimmen
Mit dem Baby schwimmen

Löst Chlorwasser Asthma aus?

Der frühe Kontakt mit Wasser macht schon den Kleinsten Freunde, nimmt Ängste und fördert die Bindung zwischen Eltern und Kind. Dennoch könnte der Aufenthalt im gechlorten Wasser auch Nachteile haben. Die Fachwelt diskutiert, ob Babyschwimmen im Kindesalter Asthma begünstigt.   mehr

Weniger Lust auf Alkohol
Weniger Lust auf Alkohol

Weitere Wirkung von GLP-1-Agonisten

GLP-1-Agonisten werden zur Therapie von Typ-1-Diabetes und Übergewicht eingesetzt. Dabei haben sie offenbar einen gesunden Nebeneffekt: Sie senken die Lust auf Alkohol.   mehr

Kein Autismus durch Paracetamol
Kein Autismus durch Paracetamol

Einnahme bei Schwangeren sicher

Immer wieder wird behauptet, dass die Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft das Autismusrisiko beim Kind erhöht. Doch das ist nicht der Fall, wie eine aktuelle Metaanalyse erneut unterstreicht.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Beratungsclips

Antibiotikumsaft mit Löffel

Antibiotikumsaft mit Löffel

Dieses Video zeigt Ihnen kurz und verständlich, wie Sie einen Antibiotikumsaft mit einem Dosierlöffel richtig einnehmen. Der Clip ist mit Untertiteln in Russisch, Türkisch, Arabisch, Englisch und Deutsch verfügbar.

Wir bieten Ihnen viele unterschiedliche Beratungsclips zu erklärungsbedürftigen Medikamenten an. Klicken Sie einmal rein!

Stadt-Apotheke-Staaken
Inhaber Christian Kelsch
Telefon 030/3 66 94 81
Fax 030/25 81 93 53
E-Mail ckelsch@web.de